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Nach Polen kommen – aber wie?

Viele von Euch spielen mit dem Gedanken, mal nach Polen zu kommen um dort die Geburts- und Wohnorte der Vorfahren zu besuchen. Oft werden diese Gedanken nie umgesetzt – es fehlt an Zeit, Gesellschaft, die Befürchtungen sind groß. Man kennt die Sprache nicht, man weiß nicht, wie die heutige Bewohner auf den Besuch reagieren, wo man nach Unterkunft suchen soll, ob man eine Vignette für die Autobahnen braucht usw.

Lasst uns hier einige der Bedenken aufklären, die mit der Ankunft und Verkehr verbunden sind. 

Ankunft mit dem Auto

Die meisten werden wohl mit dem Auto kommen. Die Zeiten, wo man befürchten musste, dass der Wagen gleich hinter der Grenze gestohlen wird sind zum Glück schon vorbei. Obwohl man immer natürlich wie überall den gesunden Menschenverstand behalten soll.

Die Autobahngebühren

Die Autobahnen in Polen gehören nicht einem Inhaber (z.B. dem Staat), sondern es gibt staatliche und private Autobahnen. Nicht alle sind schon auf voller Länge fertig und dadurch noch kostenlos. Einige Strecken, wie z.B. zwischen Gleiwitz und Kattowitz werden für immer kostenlos bleiben – diese Gegend funktioniert eigentlich wie eine große Metropole.

Unterschiedliche Strecken auf der gleichen Autobahn können auch unterschiedlichen Inhaber gehören 🙂 Auf den ersten Blick sind sie nicht zu unterscheiden, die Besonderheiten sieht man aber spätestens bei der Mautgebühr. Nicht nur die Höhe der Gebühren ist unterschiedlich, auch die Art und weise wie sie bezahlt werden.

Auf der Internetseite der Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen ist folgende Karte zu finden.  Schwarz sind die existierende Strecken markiert, blau – kostenlose, grün und gelb – kostenpflichtige (Stand Januar 2020).

Eins ist aber klar – es gibt keine Vignetten! Es gibt viele Autobahnbetreiber, die sich nicht vereinigen können 🙂 Du brauchst also keine Angst zu haben, dass man danach verlangt wird und dass Du sie gleich kurz hinter der Grenze kaufen musst. Wenn eine Gebühr verlangt wird, wirst Du auch gleich zu Kasse gebeten 🙂

Wie auf der obigen Karte zu sehen ist, die Autobahnen sind nicht überall kostenpflichtig. Die Gebühren werden auf folgende Weisen bezahlt:

  • erst bekommt man einen Eintritt-Zettel. Quer durch die ganze Autobahn werden Stellen organisiert, wo man sie entnehmen kann. Erst beim Verlassen der Autobahn wird bezahlt. Man wird von einer Person bedient (kein Automat also). So funktioniert es z.B. auf der A4 zwischen Breslau und Gleiwitz.
  • es gibt Mautstellen, wo man feste Gebühren bezahlt. Z.B. auf der A4 zwischen Kattowitz und Krakau gibt es zwei Stellen, wo man je 10 PLN (für einen PKW, Stand Januar 2020) bezahlen muss (für knapp 70 km!).

Zahlungsmethoden – natürlich in bar (Zloty), aber auch mit der Kreditkarte / Debitkarte oder Euro. Aber dann werden nur Scheine angenommen, der Rest wird in Zloty ausgezahlt. Es funktionieren auch die Flottenkarten (Shell, DKV, Union Tank). Näheres hier.

Wichtig: wenn Du aus Deutschland mit der A15 kommst und durch den Grenzübergang Olszyna fahren willst, wähle lieber den Übergang in Görlitz aus 🙂 Auf der polnischen Seite gibt es 70 km, die nicht renoviert wurden und man fährt auf alten, holprigen Betonplatten. Komischerweise, wenn man Polen verlässt gibt es dieses Problem nicht.

Andere Wege

Neben den Autobahnen gibt es immer mehr Schnellstraßen, die den Autobahnen sehr ähnlich sind. Dazu sind sie kostenlos. Sie werden mit „S“ gekennzeichnet. Es gibt z.B. die S3, die zwischen der polnisch-tschechischen Grenze in Szklarska Poręba (Schreiberhau in Niederschlesien) und Swinemünde führt.

Tipp für Oberschlesien: zwischen Gleiwitz und Kattowitz gibt es eine sehr bequeme Schnellstraße 902 (gelb markiert) – üblich DTŚ genannt (Drogowa Trasa Średnicowa). Oft dicht befahren, aber man kann schnell und kollisionsfrei alle Stadtmitten auf der Strecke erreichen.

Tempolimit

Gilt für PKW’s (bis 3,5 t) und Motorräder: 

  • Autobahn 140 km/h
  • Schnellstraße mit zwei Fahrbahnen je Richtung – 120 km/h
  • Schnellstraße mit einer Fahrbahn je Richtung – 100 km/h
  • unbebautes Gebiet mit einer Fahrbahn je Richtung – 90 km/h
  • bebautes Gebiet – 50 km/h

Ankunft mit dem Zug / Bus / Flugzeug

Wenn Du bei deiner Reise mehrere kleine Orte besuchen willst, ist das Auto besser geeignet. Aber wenn man nur eine oder zwei Großstädten besichtigen will, sind die öffentlichen Verkehrsmittel auch eine gute Lösung. Man braucht sich wenigstens nicht um die Parkplätze kümmern 🙂

Die Zugverbindungen findet man am besten hier: http://rozklad-pkp.pl/de . Es gibt auch eine entsprechende App (z.B für Android oder IOS).

Bei Intercity kann man die Tickets auch online kaufen. Die Fernzüge sind meistens bequem und modern, es sei, man hat Pech und trifft noch auf ein Modell, das schon 30 Jahre alt ist 🙂

Es gibt auch mehrere Fernbuse, die nach Polen kommen, u.a auch Flixbus. Immer mehr Städte kann man mit diesem Veranstalter erreichen.

Du kannst auch mit den billigen Fluglinien kommen. WizzAir fliegt direkt aus Deutschland (Bremen, Dortmund, Hamburg, Köln, Berlin… ) u.a. nach Kattowitz, Danzig, Breslau oder Allenstein. Auch Eurowings fliegt nach Krakau, Breslau oder Danzig.

Möglich sind natürlich auch moderne Reisemethoden wie z.B. der Internetdienst BlaBlaCar .

Sich vor Ort bewegen

In vielen Städten funktionieren internationale Internetdienste wie z.B. Uber . Außer Winter bieten viele Städte auch Fahrräder an. Die Dienstleister sind aber unterschiedlich, Du musst erst erfahren welches System benutzt wird. Es kann z.B. nextbike sein oder für eine Stadt spezifisches System (wie in Breslau).

In allen Städten funktionieren auch Taxis, Busse oder Straßenbahnen; in Warschau auch die U-Bahn. Um hier genauere Auskunft zu bekommen musst Du am besten die Internetseite dieser Stadt besuchen, dort erfährst Du bestimmt mehr.

Eigene Erfahrungen?

Hast Du schon mal Polen besucht? Wenn ja, teile Deine Erfahrungen mit anderen – entweder hier im Kommentar, oder in unserer FB-Gruppe.

Du warst noch nicht in Polen und brauchst mehr Informationen? Stelle Deine Fragen im Kommentar oder in der FB-Gruppe.

Gute Reise! 🙂

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Die Geschichte von Reinschdorf / Renska Wies bei Cosel in Oberschlesien

Dank der modernen Technik, zahlreichen Suchmöglichkeiten und Informationsquellen, ist es heute viel einfacher die Ortsgeschichte zu erkunden. Auch die Veröffentlichung eines Buches ist viel einfacher geworden und schon nicht mehr so teuer. Die Initiativen boomen.

Eine davon betrifft Reinschdorf (heute Reńska Wieś) bei Cosel in Oberschlesien. Schon in dem letzten Post habe ich ein Buch aus dieser Gegend vorgestellt.  Jetzt handelt es sich um eine Monographie des Dorfes Reinschdorf, geschrieben von Tomasz H. Kandziora, dem Gemeindevorsteher von Reńska Wieś. Herr Kandziora ist auch ein aktiver Mitglied der deutschen Minderheit.  Weiter lesen „Die Geschichte von Reinschdorf / Renska Wies bei Cosel in Oberschlesien“

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Gefallendenkmäler aus dem Raum Cosel / Oberschlesien

Auch in kleinen Orten gibt es Leute, die mit der örtlichen Heimat sehr verbunden sind. Das gilt für Gebiete, wo die Bevölkerung erst seit Ende des II WK lebt und um so mehr für Orte, wo die gleichen Familien seit Jahrhunderten wohnen. Die Söhne der Familien haben leider auch in Kriegen gekämpft und dabei oft ihr Leben geopfert. Das kennen wir wohl alle auch aus der Geschichte der eigenen Familien.

Im Januar habe ich bei „Gość Niedzielny“ (eine katholische Wochenzeitschrift) eine Buchrezension gelesen. Der Titel „100 Jahre nach dem Großen Krieg 1914-1918“ (auch auf Deutsch geschrieben) hat mich aufmerksam gemacht und ich habe gedacht, dass es bestimmt etwas für meine Leser ist 🙂

Weiter lesen „Gefallendenkmäler aus dem Raum Cosel / Oberschlesien“

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Unbekannte Informationsquelle – die kirchlichen Bekanntmachungen

Die katholische Kirche spielt im Leben der Menschen in Polen noch eine große Rolle. Die Leute nehmen an den Gottesdiensten teil, es werden auch Messen für die Familienangehörige gehalten. Und darauf will ich Dich aufmerksam machen!

Es ist mir in der letzten Zeit gelungen, aufgrund der örtlichen kirchlichen Bekanntmachungen festzustellen, wer von der gesuchten Familie noch am Leben ist und wie sind die Leute miteinander verwandt. Es funktioniert natürlich nicht immer, man muss schon etwas Glück haben, aber es kann einer der Bausteine in Deinem Familien-Puzzle sein.

Ich erkläre Dir wie es in der katholischen Kirche aussieht. Ich weiß nicht, ob es in der evangelischen Kirche ähnlich funktioniert, ich vermute ja.

Worum geht es überhaupt?

In jeder Kirche werden täglich Hl. Messen gehalten. Je nach der Zahl der örtlichen Priester und Größe der Gemeinde können es auch drei am Arbeitstag und sechs – sieben am Sonntag sein. Die Messen werden oft für bestimmte Personen gelesen – für die, die Geburtstag haben, ein Jubiläum feiern, Gottes Unterstützung brauchen oder für die Verstorbenen. Die Termine werden schon viel früher reserviert und jeden Sonntag wird der Plan für die kommende Woche veröffentlicht. Und darauf werden wir basieren! Weiter lesen „Unbekannte Informationsquelle – die kirchlichen Bekanntmachungen“

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Apostille – zusätzliche Beglaubigung einer Urkunde

Es gibt Dokumente, die zusätzlich von dem Staat bestätigt werden müssen oder sollen. Es gibt auch Beamten, die es verlangen 🙂 Die Ursache ist egal, ich zeige Dir wie es geht, ein Dokument (in unserem Fall meistens eine Urkunde) mit einer Apostille zu bestätigen.

Die Prozedur wird auf der Internetseite des polnischen Innenministerium beschrieben, auch auf Englisch.

Was ist eine Apostille?

Laut Wikipedia:

Die Apostille ist eine Beglaubigungsform im internationalen Urkundenverkehr. Sie wird im Rechtsverkehr zwischen jenen Staaten verwendet, die Mitglieder des multilateralen Haager Übereinkommens Nummer 12 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation sind. Sie bestätigt die Echtheit der Unterschrift, die Eigenschaft, in welcher der Unterzeichner gehandelt hat, und gegebenenfalls die Echtheit des Siegels oder Stempels, mit dem die Urkunde versehen ist (Artikel 3 des Übereinkommens).

Es geschieht in folgender Form (hier auf einer Kopie der Heiratsurkunde): Weiter lesen „Apostille – zusätzliche Beglaubigung einer Urkunde“

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So findest du alte Gräber wieder

Ich habe schon darüber berichtet (auch kurz hier 2009, als man damit begonnen hat), dass es möglich ist die alten Gräber wieder zu finden. Immer mehr Friedhöfe tragen die Daten in ein EDV-System ein, die Datenbank wird dann von dem Betreiber online gestellt. Momentan werden in der Datenbank Grobonet fast 600 Friedhöfe in ganz Polen mit 2,3 Millionen Namen erfasst.

Ich habe das System Grobonet auch in meinem E-Buch beschrieben, auch die seit einiger Zeit geänderte Suchmaske.  Weiter lesen „So findest du alte Gräber wieder“

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Einwohnerverzeichnis Posen

Einwohnerverzeichnis aus Posen 1870-1931 online (mit Videoanleitung)

Ich habe für Euch wieder eine Interessante Informationsquelle gefunden 🙂 Wenn jemand Personen sucht, die zwischen 1870-1931 in Posen gewohnt haben, bitte genau zuhören.

Karteien

Das Staatsarchiv Posen stellt Karteien aus dem Einwohnerverzeichnis online. Bei szukajwarchiwach.pl gibt es alle Karteien (1091 Kartons mit je 850 – 1000 Karteien!, Buchstaben A-Z), auf der Seite e-kartoteka.net sind sie schon teilweise indexiert.

Laut der Beschreibung auf der Seite e-kartoteka.net, alle Namen sollten bis Ende 2015 indexiert werden, es ist aber wohl etwas schief gegangen 🙂 Die Indexe gibt es bis zu dem Buchstaben „P“ (genau bis zu dem Namen Plewke). Sonstige Namen gibt es wie gesagt bei szukajwarchiwach.pl. Die Links führen auch nicht unbedingt direkt zu der gesuchten Kartei. Ich habe für Euch ein Video aufgenommen und zeige wie man beide Internetseiten nutzt um die gesuchten Daten zu finden. Weiter lesen „Einwohnerverzeichnis aus Posen 1870-1931 online (mit Videoanleitung)“

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